„Es ist ein Experiment - aber wir wagen es.“

Nach zwei Jahren Pause wurde zur aktuellen Saison wieder eine Damenmannschaft für die Meisterschaftsspiele gemeldet. Das „Braunschweiger System“ erleichtert mögliche personelle Engpässe auszugleichen. Bleiben die Entfernungen auf Bezirksebene als unterste Spielklasse, Entfernungen und die damit verbunden Spiele am Wochenende. Alles nicht einfach - aber auch nicht unmöglich.

In erster Linie soll ein Hobby Spaß machen. So haben die verbliebenen Damen in der Abteilung die letzten zwei Jahre mehr oder weniger die Zeit in den Herrenmannschaften verbracht. Der Spaß hielt sich in Grenzen. Daneben wurde auch die Zeit der verbliebenen Damen aus den unterschiedlichsten Gründen immer knapper und die Damenmannschaft wurde zur Saison 2015/2016 abgemeldet. Der letzte Ansporn war weg. Eigentlich ein Unding. Gehörte mindestens eine Damenmannschaft neben zig Herrenmannschaften doch immer fest zum Stamm der Rheinländer.

Die Zeiten ändern sich. Und damit auch die Sichtweise auf den Sport als Hobby. Letztendlich muss jeder kämpfen. Vor allem um ein bisschen Zeit. Zeit für die Familie, Zeit für Freunde und vieles mehr. Die Zeiten, die meistens von der Arbeit „aufgefressen“ werden, sind oft zu hoch. Schüler und Jugendliche ab der Oberstufe werden schon seit Jahren damit groß - und kennen es gar nicht mehr anders. Mit der Mannschaft nach dem Spiel einen „Absacker“ trinken? Muss heute man zwei Mal überlegen, ob das geht. Am nächsten Morgen geht es früh wieder raus. Spiele am Wochenende, wenn man für sich oder seine Familie nur am Wochenende Zeit hat? Da kann man schon mal ins Grübeln kommen, was tatsächlich wichtig ist und was halt nicht. Oftmals bleibt das Vereinsleben auf der Strecke – und der Verein kämpft auch recht schnell um Aufmerksamkeit.

Besonders sichtbar ist das im Tischtennis sicher im Damenbereich. Die unterste Klasse spielt auf Bezirksebene, weil sich sonst nicht genügend Mannschaften finden. Diese Spiele finden am Wochenende oder Freitagabend statt. Die Probleme lassen sich sicher auch auf andere Bereiche des Tischtennis, Sportarten oder Vereine übertragen.Mit dem „Braunschweiger System“ kann jetzt im Zweifel auch zu zweit angetreten werden. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Das neue Spiel-System, ein enormes Engagement und der Wille, wieder eine Damenmannschaft auf die Beine zu stellen, motivierte Anja Gersdorf vor der Saison, die Lücke der fehlenden Mannschaft wieder zu schließen. Daneben ließ sie sich als Damenwartin wählen und dient der Mannschaft als Kapitänin. Sie kennt das Geschäft als Internationale Schiedsrichterin sehr gut und weiß ebenso genau, dass es immer weniger werden, die sich engagieren. „Das war für mich aber kein Grund, es nicht noch einmal mit einer Mannschaft zu probieren“, so Anja Gersdorf. Dabei gilt es natürlich auch zu überzeugen, dass sich investierte Zeiten für Training, Fahrerei und Meisterschaftsspiele lohnen und so ein gemeinsames Engagement entsteht, Ziele gesteckt und sich auch mal außerhalb vom Sport getroffen wird. Früher hieß das Vereinsleben – heute halt „Projekt“. Oder Vision?

Anja Gersdorf bezeichnet es lieber als „Experiment“ und ergänzt: „Es ist alles besser erneut einen Mannschaftsaufbau zu wagen als es einfach dabei zu belassen.“ Beim ersten Spiel am Samstagabend um 18:30 Uhr beim Vfl Borussia Mönchengladbach konnte die Mannschaft nur zu zweit antreten und verlor mit 2:8. Dem „Braunschweiger System“ sei Dank. Für sie war das kein Problem und verbucht es unter „Anlaufschwierigkeiten“. Bewundernswert.

Das nächste Heimspiel findet am 21. September um 19:30 Uhr in der heimischen Halle statt. Wenn es Damen gibt, die das Experiment mit Zeit, Lust und Spaß unterstützen möchten, können sich gerne bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

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